Die sichersten Airlines 2026 — und wie Flugsicherheit eigentlich gemessen wird

Laura
Die sichersten Airlines 2026 — und wie Flugsicherheit eigentlich gemessen wird
Foto von Peter Thomas auf Unsplash

Vorweg das Wichtigste, beruhigend und faktisch: Fliegen ist statistisch das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. Das Risiko, auf einem einzelnen Linienflug bei einem tödlichen Unfall ums Leben zu kommen, liegt nach Branchenangaben in der Größenordnung von eins zu mehreren Millionen. Und der Abstand zwischen den "sichersten" Airlines und einer ganz normalen großen Fluggesellschaft ist winzig. Wer von Frankfurt, Zürich oder Wien mit einem etablierten Carrier startet, muss sich um Sicherheit praktisch keine Gedanken machen — die spannendere Frage ist eher, wie diese Sicherheit überhaupt entsteht und gemessen wird.

Kurz zur Einordnung: Flugsicherheit wird nicht "gefühlt", sondern geprüft. Die wichtigsten Maßstäbe sind das IATA IOSA (Operational Safety Audit, der weltweite Branchen-Standard), die ICAO-Sicherheitsstandards mit ihren Audits nationaler Luftfahrtbehörden, die FAA-IASA-Einstufung eines Landes in Kategorie 1 oder 2 sowie die EU-Luftsicherheitsliste der Europäischen Kommission. Spezialisierte Bewertungsportale wie AirlineRatings kombinieren diese Bausteine zu einem Ranking. Sehen wir uns das Ergebnis für 2026 an.

Die sichersten Airlines 2026 (laut AirlineRatings)

AirlineRatings veröffentlicht jährlich eine vielbeachtete Liste der sichersten Fluggesellschaften. Hier die Top 25 der Full-Service-Airlines für 2026, in Reihenfolge:

Rang Airline Rang Airline
1 Etihad Airways 14 ANA
2 Cathay Pacific 15 Alaska Airlines
3 Qantas 16 TAP Air Portugal
4 Qatar Airways 17 SAS
5 Emirates 18 British Airways
6 Air New Zealand 19 Vietnam Airlines
7 Singapore Airlines 20 Iberia
8 EVA Air 21 Lufthansa
9 Virgin Australia 22 Air Canada
10 Korean Air 23 Delta
11 STARLUX 24 American
12 Turkish Airlines 25 Fiji Airways
13 Virgin Atlantic

Bemerkenswert: Etihad steht 2026 zum ersten Mal auf Platz 1 und löst damit den viermaligen Sieger Air New Zealand ab. Wie eng das Feld beieinanderliegt, zeigt ein Detail: Zwischen den Plätzen 1 und 14 lagen weniger als vier Punkte. Sicherheit ist auf diesem Niveau also eine Frage feinster Nuancen, nicht von Welten.

Auch bei den Billigfliegern gibt es eine eigene Wertung. Vorne dabei sind unter anderem HK Express, Jetstar, Scoot, flydubai, easyJet, Southwest, airBaltic, VietJet, Wizz Air und AirAsia.

Wichtig dabei: Dies ist ein angesehenes Ranking — andere Listen weichen leicht ab. Viele exzellente, sehr sichere Airlines tauchen in einer bestimmten Top-25 schlicht nicht auf, sind aber IOSA-zertifiziert und haben eine starke Bilanz, etwa JAL, Air France-KLM, LOT oder LATAM. Ein Platz außerhalb der Top 25 bedeutet also ausdrücklich nicht, dass eine Airline unsicher wäre. Und Rankings werden periodisch aktualisiert — Stand ist hier 2026.

Wie Flugsicherheit gemessen wird

Hinter dem Ranking stehen handfeste Prüfungen:

  • IATA IOSA: Der Operational Safety Audit ist der globale Maßstab. Airlines, die das IOSA bestehen, weisen statistisch eine deutlich bessere Sicherheitsbilanz auf als nicht-auditierte Gesellschaften.
  • ICAO USOAP und FAA IASA: Die ICAO prüft die nationalen Luftfahrtbehörden; die US-Behörde FAA stuft jedes Land als Kategorie 1 (erfüllt die ICAO-Standards) oder Kategorie 2 (erfüllt sie nicht) ein. Deutschland, die Schweiz und Österreich sind selbstverständlich Kategorie-1-Länder.
  • EU-Luftsicherheitsliste (Verordnung (EG) 2111/2005): Sie sperrt oder beschränkt Carrier, die internationale Standards nicht erfüllen.
  • Bewertungsportale wie AirlineRatings ziehen zusätzlich Flottenalter, die Unfall- und Vorfallhistorie der letzten rund fünf Jahre, Behörden-Bewertungen und — neu für 2026 — Programme zur Turbulenzvermeidung heran. Turbulenzen sind die häufigste Ursache für Verletzungen an Bord.

Das offizielle "Bann"-Bild: die EU-Luftsicherheitsliste

Wer nach "den gefährlichsten Airlines" sucht, findet im Netz viel Stimmungsmache. Seriös ist nur eine Quelle: die offizielle EU-Luftsicherheitsliste der Europäischen Kommission. Sie fair einzuordnen ist wichtig — denn sie ist keine Vorhersage, dass irgendein Flug abstürzen würde.

Die Liste umfasst 2026 rund 100 oder mehr Fluggesellschaften, die im EU-Luftraum nicht oder nur eingeschränkt operieren dürfen. Die große Mehrheit davon sind sämtliche Carrier aus einer Handvoll Staaten (rund 16), deren Aufsichtsbehörden die ICAO-Standards bei der Überwachung nicht erfüllen — es geht hier also primär um die behördliche Aufsicht eines Landes, nicht um ein Urteil über eine einzelne Maschine. Dazu kommen einige namentlich genannte Gesellschaften mit konkreten Mängeln. Wenige Airlines (etwa Iran Air, Air Koryo aus Nordkorea oder Air Service Comores) dürfen die EU nur unter Auflagen anfliegen.

Praktisch betrifft das überwiegend kleine Carrier in Regionen, die DACH-Reisende selten direkt buchen. Die Liste existiert genau dafür: substandardige Betreiber aus dem EU-Luftraum herauszuhalten. Das Vereinigte Königreich führt eine parallele Sperrliste.

Die spektakulärsten Flughäfen der Welt — sicher angeflogen

Jetzt der unterhaltsame Teil: Es gibt Flughäfen, die als technisch besonders anspruchsvoll gelten. Wichtig vorab — "anspruchsvoll" heißt nicht "gefährlich". Diese Plätze werden von speziell trainierten, eigens zertifizierten Crews angeflogen, oft nur in bestimmten Wetterfenstern. Sie verlangen Respekt, keine Angst:

  • Paro (Bhutan): Eingebettet im Himalaya — nur einige Dutzend Pilotinnen und Piloten weltweit sind überhaupt zertifiziert, diesen Anflug zu fliegen.
  • Lukla / Tenzing–Hillary (Nepal): Das Tor zum Everest-Trekking, mit kurzer, geneigter Piste.
  • Saba (Karibik): Eine der kürzesten kommerziellen Landebahnen der Welt.
  • Courchevel (Französische Alpen) und Gibraltar: anspruchsvolle Anflüge mit speziellen Verfahren.
  • Princess Juliana (St. Maarten), Tenerife Nord und Toncontín (Honduras): berühmte Motive, sicher im Plan der Airlines verankert.

Zur Vollständigkeit, ohne Dramatik: Konfliktgebiete wie der Luftraum über Russland, der Ukraine, dem Iran, Syrien, Jemen, Libyen, Sudan oder Afghanistan werden von Linienairlines nach Behördenhinweisen gemieden — Passagiere werden also außen herum geleitet. Die Folge sind längere Flüge, keine persönliche Gefahr auf einem normalen Linienflug.

Im Fokus: Deutschland, Österreich, Schweiz

Für DACH-Reisende ist die Bilanz erfreulich: Lufthansa steht auf Platz 21 der weltweiten Top 25 — ein Top-Tier-Ergebnis in einem extrem dicht gedrängten Feld. SWISS und Austrian Airlines sind IOSA-zertifiziert und gelten als sehr sicher; sie tauchen in dieser bestimmten Top-25 zwar nicht namentlich auf, was — wie oben erklärt — ausdrücklich kein Sicherheitsmanko ist, sondern der hauchdünnen Punkteverteilung geschuldet. Auch die skandinavische SAS rangiert mit Platz 17 ganz in der Nähe. Kurz: Wer ab Frankfurt, München, Zürich oder Wien mit den heimischen Carriern fliegt, ist bei erstklassig auditierten Airlines unterwegs.

Was du als Reisende mitnehmen solltest

  • Bei einer etablierten Airline aus einem entwickelten Markt brauchst du dir um Sicherheit praktisch keine Sorgen zu machen — entscheide nach Preis, Flugplan und Komfort.
  • Buchst du einen kleinen oder unbekannten Carrier, etwa für Inlandshüpfer in Regionen mit schwächerer Aufsicht, lohnt ein kurzer Blick: Steht die Airline auf der EU-Luftsicherheitsliste? Ist sie IOSA-registriert?
  • Für die spektakulären Flughäfen gilt: erfahrene Betreiber, gute Wetterfenster — genau das planen die Airlines ohnehin ein.
  • Sitze sicher: Anschnallgurt geschlossen halten, denn Turbulenzen sind die häufigste Verletzungsursache. Moderne Maschinen und IOSA-Carrier geben zusätzliches gutes Gefühl.

Und weil der Sicherheitsabstand zwischen den großen Airlines so winzig ist, kannst du guten Gewissens nach dem Preis auswählen. Flyozo meldet dir Preisstürze quer durch genau diese top-bewerteten Gesellschaften — so fliegst du mit einer der sichersten Airlines der Welt und sparst trotzdem. Eine letzte Einordnung: Diese Rankings spiegeln den Stand 2026 wider und werden regelmäßig aktualisiert; die zugrunde liegenden Bewertungen stammen von AirlineRatings, IATA, der Europäischen Kommission, der FAA und der ICAO.

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